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Petra Bach

Klassenanalytische Überlegungen zur Politik der Kommunisten

Dieser Beitrag gibt den Inhalt eines Vortrages aus dem Jahre 1997 wieder und bezieht sich auf Themen aus dem Aufsatz "Zwischen klassischem Proletariat und Neuen Mittelschichten - Klassenanalytische Überlegungen zur Politik der Kommunisten".

André Leisewitz vom DKP-nahen Institut für Marxistische Studien beschrieb 1977 in dem Buch "Klassen in der Bundesrepublik Deutschland" das klassenanalytische Problem, vor dem die Linke sich selbst stehen sah, wie folgt: "Noch gegen Ende des letzten Jahrhunderts mag die Abgrenzung zwischen Lohnarbeit und Arbeiterklasse weitgehend ein Randproblem gewesen sein. Über neunzig Prozent der Lohn- und Gehaltsbezieher waren Arbeiter, die manuell tätig waren. Damit lagen auch einfach faßbare, anschauliche Kriterien für die Abgrenzung der Arbeiterklasse, des Proletariats auf der Hand. Mit der weiteren Entwicklung des Kapitalismus, dem Übergang zum Imperialismus und dem Anwachsen der Angestelltengruppen, die anstelle körperlicher Tätigkeiten Büro-Arbeit verrichten, und mit der Ausweitung der Beschäftigung lohnabhängiger Staatsangestellter ist die innere Gliederung der Lohnabhängigen und der Arbeiterklasse komplizierter geworden." [1]

Auf den ersten Blick scheint diese Beschreibung des Problems einzuleuchten. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, daß Leisewitz mit dieser Aussage auf dem Boden falscher Auffassungen über die Klassenverhältnisse in der Vergangenheit steht. War die Abgrenzung der Arbeiterklasse von der Lohnarbeit früher tatsächlich ein Randproblem? Wer sich an die Diskussionen der ehemaligen Geschichts-AG der AzD [2] über die Klassenstruktur Deutschlands im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert, wird wissen, daß die Abgrenzung des Proletariats von den übrigen Lohnabhängigen keineswegs ein Randproblem war.

Leisewitz' Fehler ist, daß er die "manuelle" Tätigkeit zu dem Kriterium der Zugehörigkeit zum Proletariat erhebt. Unter dieser zweifelhaften Voraussetzung werden auch Tätigkeiten jenseits der Industrie proletarische Tätigkeiten, konkret werden Landarbeiter und Handwerker zu Proletariern.

Lenins Definition des Proletariats lautete stattdessen: "Proletariat heißt die Klasse, die mit der Produktion materieller Güter in Betrieben der kapitalistischen Großindustrie beschäftigt ist." [3] Nach dieser Definition waren in der Vergangenheit keineswegs 90 % der Lohn- und Gehaltsbezieher Arbeiter, wie Leisewitz behauptet. Im Gegenteil, so definiert war das Proletariat in der Vergangenheit stets eine Minderheit der Gesamtgesellschaft und über weite Strecken hinweg auch eine Minderheit der Lohnabhängigen.

Dieselbe Situation haben wir heute. Neu ist etwa anderes, nämlich daß sich auf dem Boden der industriellen Durchdringung der gesamten Gesellschaft der Lohnarbeitskörper ausdifferenziert und auf diesem Wege die industriell tätige Arbeiterklasse wiederum eine Minderheit der Gesellschaft geworden ist.

Für diejenigen, die ein falsches Bild der Klassenstruktur der Vergangenheit haben, die Gesellschaft schon damals im wesentlichen in Kapital und Arbeit gespalten sahen und die Arbeiterklasse als Mehrheit der Gesellschaft begriffen, für diejenigen bricht mit dem heute unzweifelhaft zu beobachtenden Schrumpfen des industriell tätigen Proletariats eine Welt zusammen.

Wenn wir dagegen in der Vergangenheit betont haben, daß nur die industriell tätige Arbeiterklasse, und hier wiederum die in den Großbetrieben tätige, unser Maßstab für die kapitalistische Entwicklung der Gesellschaft ist, so war der Hintergrund dieser Überlegung, daß andere Lohnabhängige (d. h. Handwerker und Landarbeiter) genauso wie andere Werktätige (d. h. Bauern und selbständige Handwerker) über vorindustrielle Orientierungen und Interessen verfügten, die sie als Triebkräfte einer fortschrittlichen Entwicklung ausscheiden ließen. In der Vergangenheit war es daher schon allein aus diesem Grunde notwendig, das industrielle Proletariat von den vorindustriellen Massen abzuheben.

Dieser Maßstab ist heute, wo nahezu alle Lohnabhängigen auf dem Boden der modernen Industrie stehen, neu zu überdenken. Ich meine, daß die Leninsche Eingrenzung des Proletariats auf die materielle Produktion heute zu eng geworden ist. Warum?

1. Unterschiede zwischen materieller und immaterieller Produktion haben sich relativiert und werden sich weiter relativieren

Nach Marx Standpunkt ist es die Hauptbestimmung produktiver Arbeit, aus G ein G' zu machen, Kapital zu produzieren. Dementsprechend bezeichnet er in einem Beispiel eine Sängerin und einen Lehrer, die für einen Kapitalisten arbeiten, als produktive Arbeiter. Sie produzieren nämlich für ihren Kapitalisten Kapital, indem sie immaterielle Güter, Gesang und Ausbildung herstellen, die verkaufbar sind.

Erst in einem zweiten Schritt nennt Marx eine Nebenbestimmung produktiver Arbeit, die lautet: "Es kann dann als Charakteristisches der produktiven Arbeiter, i. e. der Kapital produzierenden Arbeiter bezeichnet werden, daß ihre Arbeit sich in Waren realisiert, [Produkten der Arbeit] materiellem Reichtum. Und so hätte die produktive Arbeit eine von ihrem entscheidenden Charakteristikum, das gegen den Inhalt der Arbeit durchaus gleichgültig und von ihm unabhängig ist, unterschiedne zweite Nebenbestimmung erhalten." [4] Erst diese Nebenbestimmung engt den Kreis der produktiven Arbeiter auf diejenigen Arbeiter ein, die Waren produzieren, die sich in materiellem Reichtum darstellen, das heißt, nun fallen Sängerinnen und Lehrer aus dem Kreis der produktiven Arbeiter wieder heraus. Ich bezweifele, daß diese Nebenbestimmung heute noch das selbe Gewicht besitzt wie zu Marx' Zeiten.

Warum macht sich Marx überhaupt die Mühe, eine Nebenbestimmung einzuführen? Ich meine, daß es ihm darum ging die immaterielle von der materiellen Produktion abzuheben, weil diese Sphäre zu seiner Zeit noch nicht vom Kapital beherrscht war. So nimmt er die Produktion von Büchern und Kunstprodukten als Beispiel und schreibt: "Hier ist kapitalistische Produktion nur in sehr beschränktem Maße anwendbar, soweit z. B. ein Schriftsteller zu einem gemeinschaftlichen Werk - Enzyklopädie z. B. - eine Masse anderer als Handlanger exploitiert. Es bleibt hier meistens bei der Übergangsform zur kapitalistischen Produktion, daß die verschiedenen wissenschaftlichen und künstlerischen Produzenten, Handwerker oder Professionelle, für ein gemeinschaftliches Kaufmannskapital der Buchhändler arbeiten, ein Verhältnis, daß mit der eigentlichen kapitalistischen Produktionsweise nichts zu tun hat und selbst formell noch nicht unter sie subsumiert ist." [5]

Für das 19. Jahrhundert ist es zutreffend, Formen der immateriellen Produktion, wie Marx schreibt, zu bezeichnen, als "so unbedeutend, verglichen mit dem Ganzen der Produktion, daß sie gänzlich unberücksichtigt bleiben können" [6]. Deshalb ist es für Marxens Zeit auch völlig richtig zu sagen, daß es als "Charakteristisches" der Kapital produzierenden Arbeiter gilt, daß sie in der materiellen Produktion tätig sind. Aber ist dies heute noch zutreffend? Ich meine daher: Nur dort, wo das Kapital die immaterielle Produktion weiterhin noch nicht durchdrungen hat, sollte man diese von der materiellen Produktion unterscheiden, und dies ist nur konkret empirisch feststellbar. Tatsache bleibt auf der anderen Seite, daß die materielle Produktion im Regelfall weiter durchkapitalisiert ist als die immaterielle.

2. Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten haben sich relativiert und werden sich weiter relativieren.

Jürgen Kuczynski ist einer der wenigen, die auch heute noch von der Leninschen Definition des Proletariats ausgehen. Lenin diente diese Definition zur Abgrenzung des industriellen Proletariats von Landarbeitern und Handwerkern, während eine Abgrenzung zu Angestellten, weil zu seiner Zeit tatsächlich ein Randproblem, für ihn jenseits des Horizonts lag. Anders Kuczynski, der mit dem Leninschen Rüstzeug im Gepäck in den 70er Jahren an die Angestelltenproblematik herantrat. Seine kategorische Einschätzung lautet: "Die Angestellten sind eine außerordentlich wichtige Schicht des Kleinbürgertums. Die Arbeiter sind eine Klasse." [7]

Er begründete dies in den 70er Jahren wie folgt: "Zunächst einmal arbeitet die übergroße Mehrheit von Arbeitern manuell mit Produktionsmitteln, mit Arbeitsinstrumenten, mit denen sie materielle Werte erzeugen, die übergroße Anzahl von Angestellten aber hat nicht mit solchen Produktionsmitteln zu tun (...)."

Was die Bindung der Zugehörigkeit zum Proletariat an die Produktion materieller Güter anlangt,- dazu habe ich gerade schon etwas gesagt. Der Kern von Kuczynskis Argumentation, die Behauptung, daß Angestellte nicht mit Produktionsmitteln und Arbeitsinstrumenten zu tun hätten, ist mit der Verbreitung des Computers widerlegt. Heute arbeitet die übergroße Anzahl von Angestellten mit Maschinen. Kuczynski ist diesem Umstand in neuerer Zeit begegnet, indem er Werkzeugmaschinen und Computer ausdrücklich voneinander unterscheidet. Der Computer ist für ihn eine ganz andere Art von Maschine, und zwar eine Art von Maschine, die die wundersame Eigenschaft besitzt, Arbeiter in Angestellte - und damit in seiner Sichtweise in Kleinbürger - zu verwandeln. In einer Auseinandersetzung mit Robert Steigerwald in der UZ schrieb er 1995: "(...) beobachtet man, wie mehr und mehr Arbeiter zu Angestellten werden, indem sie nicht mehr mit Werkzeugmaschinen, sondern mit Computern arbeiten - eine Arbeit, die eine ganz andere Ausbildung und eine ganz andere soziale Stellung verlangt als die des Arbeiters -, dann kann man von einer Auflösung der Arbeiterklasse sprechen." [8] Ich persönlich kann jedoch keinen Grund dafür erkennen, Computer nicht als normale Maschinen zu begreifen.

Für richtig halte ich dagegen die grundsätzliche Herangehensweise des IMSF an die Angestelltenfrage. Das IMSF benennt zwei wesentliche Kriterien für die Zugehörigkeit zum Proletariat:

Erstens: Ein Kriterium zur Ermittlung der Arbeiterklasse ist die tatsächliche Unterordnung der Arbeit unter das Regiment des Kapitals. Handelt es sich lediglich um eine formelle Unterordnung oder diktiert die "Disziplin des Dampfes" den Arbeitsprozeß? Gibt es also, in der Marxschen Terminologie, eine reelle Subsumtion der Arbeitskraft unter das Kapital, die das IMSF so beschreibt: "Das ist der Prozeß der Unterordnung der Arbeitskraft unter das kapitalistische Industriesystem, ihre Eingliederung in den Rhythmus der Maschinen, Apparate und Anlagen, ihre wirkliche Unterordnung oder, wie Karl Marx es formuliert hat, ihre 'reelle Subsumtion' unter das Kapital. Im Prinzip gilt dies für alle Lohnabhängigen, aber der Prozeß der Unterordnung, der Übergang von der formellen zur reellen Unterordnung, ist bei den einzelnen Gruppen der Lohn- und Gehaltsempfänger ungleich vorangeschritten, und bei manchen zeichnet er sich erst ab." [9]

Selbstredend ist die reelle Subsumtion unter das Kapital dort am weitesten fortgeschritten, wo die Maschine dazu die Möglichkeiten schafft. Nur deshalb, weil in der Regel dort, wo mit Maschinen gearbeitet wird, die reelle Subsumtion unter das Kapital fortgeschritten ist, ist es zulässig, Maschinenarbeit als Kriterium der Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse zu benennen. Maschinenarbeit ist ein Katalysator und ein Indikator der Herrschaft des Kapitals über die Arbeit.

Gerade deshalb verschlechtert sich die Stellung der Angestellten mit der Einführung des Computers. Über diesen Weg kann die Disziplin des Dampfes auch in die Büros einziehen. Ob dies auch tatsächlich der Fall ist, hängt von weiteren Bedingungen ab. Unterschiede zwischen dem Lohnabhängigen, der im Großraumbüro in Wechselschicht Dateneingaben in einen on-line-vernetzten Computer macht und dem lohnabhängigen Manager, der seinen Laptop ständig mit sich führt, liegen auf der Hand. Im ersteren Fall bestimmt der Rhythmus der Maschine die Arbeit, im zweiten Fall bleibt der Manager Herr seines Arbeitsprozesses.

Zurecht grenzt sich das IMSF von der platten Bindung der Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse an die Maschinentätigkeit ab. So heißt es direkt gegen Kuczynski gewandt: "Eine solche Argumentation übersieht zweierlei: Erstens, daß auch im Bereich der Arbeiterbeschäftigung mit der Entwicklung der Produktivkräfte in der wissenschaftlich-technischen Revolution sich der Typ der Arbeitsverausgabung zunehmend verändert, vielfältiger wird und in einzelnen Bereichen (Steuer-, Regel- und Überwachungsarbeiten) eine Annäherung an einen Typ der Arbeitsverausgabung stattfindet, wie er für Angestelltengruppen charakteristisch ist. Zweitens: Viel entscheidender ist jedoch, daß nicht eine bestimmte Form konkreter Arbeit (gemeint ist Maschinenarbeit, d. V.), sondern die Ausbeutung der Arbeitskraft im Lohnverhältnis für die Arbeiterklasse wesentlich ist." [10]

Das führt uns zum zweiten Kriterium, das das IMSF benennt: die volle Entfaltung des Warencharakters der Arbeitskraft. Damit ist folgendes gemeint: Ist die Arbeitskraft beliebig reproduzierbar und unterliegt damit vollständig den Gesetzen des kapitalistischen Marktes, oder kann sich der Lohnabhängige aufgrund besonderer Qualifikationen und Privilegien diesem Markt entziehen oder sich wenigsten Freiräume verschaffen. Derlei Freiräume sind sicherlich im Angestelltenbereich immer noch weit häufiger vorhanden, als in der Produktion. Auf der anderen Seite ist der Verlust von Privilegien und die Entqualifizierung der Angestelltentätigkeit offensichtlich.

Dem entspricht auch die Annäherung des kulturellen und politischen Selbstverständnisses von Arbeitern und Angestellten. In der Vergangenheit lagen in Deutschland Welten zwischen dem Arbeiterstand auf der einen Seite und dem Angestellten, der sich als "Privatbeamter" verstand, auf der anderen Seite. [11] Grundlage dessen waren politische Momente, u. a. die Privilegierung der Angestellten durch ein eigenes Sozialversicherungssystem. [12] Diese politischen Trennungen zwischen Arbeitern und Angestellten weichen in Deutschland nach und nach auf. So wurden in den letzten Jahren die Kündigungsfristen beider Beschäftigtengruppen vereinheitlicht, und sind in einzelnen Branchen, wie in der Chemieindustrie, die Tarifstrukturen angeglichen worden. Schließlich wird die Freigabe der Kassenwahl zu einer Nivellierung der Krankenversicherungen führen.

Gleichzeitig wäre es falsch, nun alle Differenzierungen innerhalb des Lohnarbeitskörpers fahren zu lassen (wie das IMSF dies im Dienste der DKP-Parteilinie übrigens schon für die 70er Jahre tat). Es gibt diese Differenzierungen weiterhin, und sie sind von erstrangiger politischer Bedeutung, nur verlaufen sie nicht mehr eindeutig entlang der Linien materielle/immaterielle Produktion bzw. Arbeiter/Angestellte. Die neuen Mittelschichten - das will ich hier nur andeuten - stellen noch ein gesondertes Problem dar. Ihr Charakteristikum ist, quer zu diesen Linien, ihre gänzliche Ferne zur kapitalbestimmten Produktion.

Bislang beschränkt sich meine Darstellung, ganz wie die des IMSF, auf die ökonomische Untersuchung, wer der vollständigen Ausbeutung durch das Kapital unterliegt. Kapitalistische Ausbeutung führt aber keineswegs automatisch zu politischer, erst Recht nicht automatisch zu revolutionärer Organisation und Aktivität. Dies nicht zu berücksichtigen, ist ein schwerer Mangel der Arbeiten des IMSF. Revolutionäre Organisation und Aktivität ist an eine Reihe weiterer Bedingungen geknüpft. Dazu gehören politische Rahmenbedingungen, historische Erfahrungen, aber auch die Frage einer kollektiven oder isolierten Arbeitsweise.

Für die Bundesrepublik läßt sich empirisch feststellen, daß die Teile der Lohnabhängigen, die gemeinsame kämpferische Aktivitäten entfalten, immer noch am besten durch die Leninsche Definition zu fassen sind. Es sind tatsächlich die Arbeiter aus den Großbetrieben der materiellen Produktion, die sich in der Bundesrepublik von Zeit zu Zeit überhaupt noch Gehör verschaffen, wie z. B. vor einigen Wochen, als nahezu parallel die Mitglieder der IG Bau, der IGBE und der IG Metall auf der Straße waren.

Vermittelt über das bundesrepublikanische System der sog. "Tarifautonomie" setzen diese Teile der Lohnabhängigen gleichzeitig die gesellschaftlichen Standards für den Verkauf der Arbeitskraft in der gesamten Bundesrepublik.

Zunächst ist festzuhalten, daß dies aber eine rein ökonomische Aktivität ist, keine politische und mitnichten eine revolutionäre.

Gerade die Teile der Lohnabhängigen, die aufgrund ihrer Zusammenballung in Großbetrieben prädestiniert für revolutionäre Aktivitäten wären, und die die Vielzahl der Beschäftigten in Klein- und Mittelbetrieben und der - wenn man so will - "proletarisierten" Angestellten mitreißen könnten,- gerade diese stehen immer noch am deutlichsten unter der Hegemonie der bürgerlichen Gewerkschaften.

Dies ist bislang das Dilemma der Kommunisten, nicht die Tatsache, daß diese Teile der Lohnabhängigen eine zahlenmäßig verschwindende Minderheit der Gesellschaft darstellen oder sich, wie Kuczynski meint, auflösen.

Anmerkungen

  1. André Leisewitz, Klassen in der Bundesrepublik Deutschland heute, Frankfurt am Main 1977, S. 57.
  2. Die Autorin gehörte bis 1989 den KG (NHT) an, die die Zeitschrift Aufsätze zur Diskussion zu diesem Zeitpunkt herausgaben. Aus den zahlreichen Aufsätzen, die sich mit der geschilderten Problematik auseinandersetzen, seien wenigstens zwei benannt: Klaus Aresti, Die Arbeiterbewegung zwischen konservativer Restauration und liberaler Erneuerung, Aufsätze zur Diskussion 46 (1988), S. 5 - 38 und Dieter Pentek, Zum Charakter der deutschen Gewerkschaften im Kaiserreich, Aufsätze zur Diskussion 48 (1989), S. 39 - 50.
  3. LW 33, S. 46, zit. n.: Jürgen Kuczynski, Klassen und Klassenkämpfe im imperialistischen Deutschland und in der BRD, Frankfurt am Main 1972, S. 103.
  4. MEW 26.1, S. 385
  5. ebd., S. 385/386
  6. ebd., S. 386
  7. Kuczynski, a. a. O., S. 151.
  8. UZ vom 24. November 1995.
  9. Leisewitz, a. a. O., S. 58/59.
  10. ebd., S. 61.
  11. Jürgen Kocka, Angestellte zwischen Faschismus und Demokratie. Zur politischen Sozialgeschichte der Angestellten: USA 1890 - 1940 im internationalen Vergleich, Göttingen 1977.
  12. Heiner Karuscheit, Vom Staatssozialismus zum Sozialstaat. Zur Geschichte des Sozialstaats in Deutschland, Aufsätze zur Diskussion 50 (1990), S. 13 - 45.

Zuerst veröffentlicht in: Kommunistische Presse, 7. Jg., Nr. 27, Juni 1997.